Projektinfos & Neuigkeiten

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Abstract

Italien liegt in einer der seismisch aktivsten Regionen Europas, doch umfassende, hochaufgelöste Erdbebenrisikokarten auf lokaler Ebene fehlen noch weitgehend. MAERS (Maps of seismic Exposure and Risk at regional Scale) schließt diese Lücke und entwickelt den ersten italienischen Prototyp integrierter Erdbebenrisikokarten in einem für das Land beispiellosen Detaillierungsgrad.

Das Projekt beruht auf drei Säulen: einer durch Mikrozonierung verfeinerten Erdbebengefährdung (die lokale Bodenverstärkungseffekte erfasst, die von Modellen auf nationaler Ebene oft übersehen werden), einer datengetriebenen Modellierung von Vulnerabilität und Exposition des zivilen Gebäudebestands (mit maschinellem Lernen, fortgeschrittenen Tragwerksmodellen und Erhebungsdaten) und einer öffentlich zugänglichen Web-GIS-Plattform für Bürgerinnen und Bürger, Fachleute und Entscheidungsträger. Untersuchungsgebiet ist die Region Alto Garda in Norditalien, ein stark erdbebengefährdetes Gebiet mit dichtem, historisch reichem Baubestand. Die Methodik ist jedoch so angelegt, dass sie auf ganz Italien übertragbar und skalierbar ist.

MAERS ist ein Pionierprojekt in Italien, orientiert sich an führenden europäischen Referenzen wie ESRM20 (European Seismic Risk Model) und entsteht aus der Zusammenarbeit der Universität Trient (DICAM), des Nationalen Instituts für Ozeanographie und Experimentelle Geophysik (OGS), der Universität Triest (UniTs) und der Autonomen Provinz Trient (PAT).

Hauptziele

  1. Den Boden unter unseren Füßen kartieren: ein hochaufgelöstes Gefährdungsmodell erstellen, das lokale Bodenverstärkung mithilfe von Mikrozonierungsdaten und bewährten Analyseverfahren (NHV, GIT, EHV) explizit abbildet
  2. Erfassen, was gefährdet ist: Vulnerabilität und Exposition des zivilen Gebäudebestands mit Tragwerksmodellen (SDOF) und maschinellem Lernen bewerten, mit eigenen Fragilitätskurven für kritische Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser
  3. Die erste lokale Erdbebenrisikokarte Italiens erstellen: Gefährdung und Vulnerabilität zu einem detaillierten, hochaufgelösten Risikobild der Region Alto Garda zusammenführen
  4. Daten für alle zugänglich machen: eine interaktive Web-GIS-Plattform für die öffentliche Einsicht und die fachliche Nutzung bereitstellen, für eine transparente und handlungsorientierte Kommunikation des Erdbebenrisikos
  5. Ein übertragbares Verfahren aufbauen: eine Methodik entwickeln, die auf andere Stadtgebiete und strategische Infrastrukturen in Italien skalierbar ist
  6. Entscheidungen unterstützen: operative Werkzeuge für Raumplanung, Risikominderungsstrategien und Katastrophenmanagement liefern

Illustrative Erdbebenrisikokarte für die Region Alto Garda
Rein illustrative Abbildung.

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DatumNeuigkeit
2025Zum Forschungsthema von MAERS wurde ein Promotionsstipendium mit dem Titel „Next Generation of Exposure and Seismic Risk Maps for the Trentino region“ ausgeschrieben, finanziert von der Autonomen Provinz Trient im Rahmen des Promotionsprogramms der Universität Trient. Federico Ugolini arbeitet nun an dieser Forschung.
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